Unterwegs im wilden Kaukasus – Georgien (4. Teil)

Das Kaukasus Gebiet in Georgien ist ein Paradies für Trekker, Alpinisten und Bergfexe jeder Art. Aber auch mächtige Festungen und Wehrkirchen ziehen Touristen in ihren Bann.

Unterwegs im wilden Kaukasus

Trinity Church am Kazbeg, Beschützerin der Bergsteiger

Die Route zum Kaukasus

Mein Weg führte mich von Georgien’s Hauptstadt Tiflis Richtung Nord-Kaukasus. Die Route geht die 200 km lange Heeresstraße, den sogenannten Military Highway, entlang. Der erstreckt sich am Rande der autonomen Region Süd-Ossetien Richtung Norden an die Grenze zu Russland.

Man kann diese Strecke auch an einem Tag bewältigen. Ich unternahm diese Exkursion gemeinsam mit einem französischen Reise-Journalisten-Kollegen, einem versierten Guide und einem Fahrer. Diese alte Heeresstraße war jahrtausendelang die Hauptverbindung und der wichtigste Handelsweg zwischen Nord und Süd. Es ist schon echt spannend sich auf diesen alten Spuren zu befinden.

Ananuri Festungsanlage

Sozusagen am Eingang zu diesem wichtigen Verbindungsweg, etwa 40 km von Tiflis entfernt, gibt es eine beeindruckende Sehenswürdigkeit. Sie ist nicht zu übersehen die Festung Ananuri. Von hier aus konnte man in früheren, immer von Feinden bedrohten Zeiten, das Tal bestens kontrollieren.

Inmitten der Landschaft liegt ein Stausee, eingebettet zwischen den Bergen und  darüber erhebt sich diese komplexe Festungsanlage. Sie umfaßt zwei Kirchen und einen alten Glockenturm. Von hier aus hatte ich einen herrlich weiten Blick ins Stausee-Tal und die gebirgige Landschaft.

Von der Festung aus führt die Route weiter Richtung Norden, immer weiter in die Berge hinein.

Der wilde Kaukasus – für Alpinisten und Bergfexe

An der Grenze von Georgien zu Nord-Ossetien liegt der Berg Kazbeg. Er ist einer der drei höchsten Bergspitzen des Kaukasus Massivs. Ein erloschener Vulkan mit 5047m Höhe. Majestätisch wirkte er auf mich, mit dem schneebedeckten Gipfel. Im Nebel des Schlechtwetters war er leider nicht ganz sichtbar.

Im Winter bis zum Frühjahr ist dieses Gebiet für erfahrene Skifahrer interessant. Wir passierten auf unserer Fahrt den wichtigsten Wintersportort von Georgien, Gudauri. Er ist besonders beliebt bei den russischen Touristen, die auf über 4.440 m vom Heliskiing, Snow-Boarden und den Tiefschnee-Abfahrten begeistert sind.

Unterwegs im wilden Kaukasus

Kaukasus Region für Wintersport beliebt

Ende April war die Saison schon fast vorbei. Aber trotzdem hatte ich schon lange nicht mehr soviel Schnee gesehen. Ziemlich beeindruckend! Wir passierten den Dshwari-Pass. Von hier sind es nur mehr wenige Kilometer nach Stepanzminda (Kazbegi). Das ist das letzte Dorf, etwa 10 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Nicht zu übersehen war eine lange Kolonne von etwa 150 LKWs aus dem Iran, Ukraine, Russland und der Türkei. Die Trucks standen dort entlang der Pass-Straße und warteten auf ihre Grenz-Abfertigung durch die Russen.

Unterwegs im wilden Kaukasus

Dorf Stepanzminda

Mein Ziel war aber nicht der Wintersport, sondern den Berg Kazbeg zu sehen. Ich bin kein Trekker und daher war ich froh mit einem gemieteten Jeep und Fahrer bei den eher schlechten Witterungsverhältnissen auf die in 2170m Höhe liegende Gergeti Dreifaltigkeitskirche (Trinity Church) zu gelangen. Diese Bergkirche aus dem 13.-14. Jhdt. ist die Beschützerin der Bergsteiger, die zum Kazbeg-Gipfel aufsteigen.

 

 

 

Ist man ein geübter Bergwanderer (im Gegensatz zu mir) so kann man die 6,5 km lange Strecke durchs Gelände in ca. 1,5 Std. zum Hoch-Plateau der Bergkirche aufsteigen, meinte mein Guide. Für den Aufstieg zum Kazbeg muß man schon ein guter Bergsteiger mit entsprechender Ausrüstung sein.

Es setzte eisiger Regen und starker Wind ein. Der Vierradantrieb hatte große Schwierigkeiten. Die letzten 100m mußte ich mich den letzten Anstieg zu Fuß zur Bergkirche hinauf kämpfen. Trotz dieser Mühsal war es ein unbeschreiblicher Eindruck von diesem spirituellen Ort aus die gewaltige Höhe des schneebedeckten Kazbeg zu sehen.

Unterwegs im wilden Kaukasus

Berg-Kapelle am Hochplateau

TIPPS: Gastfreundschaft im Kaukasus

Unterkunft: im Dorf Stepanzminda (Kazbegi) habe ich das nette Guesthouse „Nao“ gefunden. Die sympathische Gastgeberin Nao Buchukuri (englisch sprechend) hat uns bestens versorgt. Kontakt-mail: gogi-gom@yandex.ru In ihrem Haus hat sie einige modern ausgestattete Zimmer für Touristen. Jedes Zimmer mit eigenem Bad/WC. Man kann wählen zwischen FR oder Halbpension, mit gutem Essen und sogar WIFI (Preise: ca. Lari 20,- für Übernachtung, Lari 40,- mit HP).- Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, hab ich mich im Haus von Nao sehr wohl gefühlt!

Geländewagen-Miete: ein 4×4 mit Fahrer zu mieten im Dorf Stepanzminda (Preis ca. € 30,-).

Hier findet ihr einen weiteren Reisebericht über dieses alte Kulturland Georgien.

Text und Fotos ©Sissi Munz

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