Salzburg Altstadt: Spaziergang über die Berge

Meine Stadtwanderung in Salzburg führt über romantische Pfade: vom Kapuzinerberg durch die Altstadt, über den Mönchsberg. Abschließend noch eine gemütliche Einkehr im Augustiner Bräu.

Es sei schon vorweggesagt: Salzburg ist meine Geburtsstadt! Obwohl ich bereits in jungen Jahren diesen Ort verlassen habe, kehre ich immer gerne zurück. Altbekanntes wieder zu spüren, vor allem aber noch Unbekanntes zu entdecken und mit Begeisterung zu erfahren.

Die Salzburg Altstadt feiert

Diesmal war der Grund meines heimatlichen Besuches ein Stadt-Jubiläum, das 2017 gefeiert wird. Vor 20 Jahren erhielt die Salzburger Altstadt die Auszeichnung und das Gütesiegel zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Salzburg Altstadt: Spaziergang über die Berge

Ihre Einzigartigkeit wird bestimmt durch die barocke Architektur der fürsterzbischöflichen Residenzen, die mittelalterlichen Bürgerhäuser sowie die dominante Festung Hohensalzburg auf dem Festungsberg.

Aber auch die umliegende Natur trägt zum Zauber dieser Stadt bei. Die Stadtberge Kapuzinerberg, Mönchsberg und Festungsberg umrahmen die Innenstadt. Sie sind ein wunderbares Naherholungsgebiet. Es gibt kaum was Schöneres oder Romantischeres als einen traumhaften Blick auf die zahlreichen Kirchen und Klöster! Dies prägt das Gesamtbild der Stadt.

Gams-Wild auf dem Kapuzinerberg

Diesmal machte ich eine Stadt-Wanderung, die ich euch als abwechslungsreiche und interessante Route gerne empfehlen möchte.

Salzburg Altstadt Spaziergang mit Berg-Aussichten

Ich beginne sie am rechten Salzachufer mit dem Kapuzinerberg und nehme den Aufgang von der Linzergasse. Der Weg führt ziemlich steil hinauf. Allerdings über die seitlich verlaufenden Stufen geht es sich leichter. Der Verlauf ist gesäumt von mehreren kleinen Kalvarienberg-Kapellen. Eine gute Möglichkeit um ein wenig zu verschnaufen! Oben angekommen, steht man vor einer Aussichtsterrasse. Ich kann sagen, der Weg hat sich gelohnt – der Ausblick ist wunderbar! Er reicht hinüber bis zu einem der anderen Salzburger Hausberge, dem Mönchsberg. Auf einem der Sitzbänke Ausruhen und einfach die wunderschöne Stadt von Oben wirken lassen!

Salzburg Altstadt: Spaziergang über die BergeEinige Schritte über diesem Platz liegt das Kapuzinerkloster an dem ein Weg weiter hinauf auf den Bergrücken führt. Dort gibt es eine kleine freilebende Gruppe von Gämsen, die sich auf diesem 210 m hohen Berg recht wohl fühlen. Ich erinnere mich, dass ich in meiner Jugend bei meinen Spaziergängen immer wieder Gämsen angetroffen habe. Sie waren nicht besonders scheu.

Aber diesmal führt die Wanderung wieder hinab in die Altstadt. Unterhalb des Klosters geht es über einen Stiegen Abgang hinunter, entlang alter steinerner Häuser mit Türmchen und romantischen Gärten. Etwas versteckt liegt etwas seitlich die kleine Imbergkirche. Sie war früher eine Wallfahrtskirche. Die Stufen führen die Imbergstiege durch ein Tor hinunter bis zur Steingasse.

Gleich am Anfang fällt eine Erinnerungstafel am Haus Steingasse 31 auf. Hier wurde Joseph Mohr, der Komponist des Weihnachtsliedes „Stille Nacht“ geboren. Die Jahrhunderte alten Häuser der Steingasse kleben sichtlich am Felsen des Kapuzinerberges. In ihrer langen Geschichte waren in dieser Gasse die verschiedenen Handwerker ansässig. Heutzutage wirkt sie eher verlassen und dabei ist mir dieses alte Tändlerei, mitten in der Felswand aufgefallen (Bild rechts).Salzburg Altstadt: Spaziergang über die Berge

Schließlich biege ich ab Richtung Salzachufer und überquere den Mozartsteg. Diese Brücke ist nur für Fußgänger und Radfahrer ein Übergang um über die Salzach zu gelangen. Nun ist man in der eigentlichen Salzburg Altstadt angekommen.

Die schönsten Plätze der Salzburg Altstadt

Weiter geht der Spaziergang, quer durch die bezaubernde Altstadt. Vorbei an den schönsten Plätzen: dem Mozartplatz*, Residenzplatz und dem Waagplatz mit seinen berühmten Kaffeehäusern, wie dem Café Tomaselli und dem Café Fürst (hier ist die Original Mozartkugel zuhause).

Nur wenige Schritte weiter biege ich die Sigmud Haffner-Gasse links ein. Die ältesten Gebäude stammen aus dem 11. Jh. Die Gasse führt zum Franziskanerkloster mit der sehenswerten Franziskanerkirche. Dazu verrate ich euch nun meinen Geheimtipp. Es ist der Klostergarten, der sich hinter hohen Mauern vor der Öffentlichkeit versteckt – ein kleines, geheimes Paradies, zu dem man nur selten Zutritt findet.

Mönchsberg mit Alm-Flair

Gleich nach den Klostermauern vor dem Festspielhaus führt die Toscanini-Stiege hinauf zum Mönchsberg. Jetzt verlässt man sozusagen die Salzburg Altstadt und wieder ist man auf einem der beliebten Hausberge angekommen. Wer übrigens nicht gerne Stiegen steigt oder wem das zu beschwerlich ist, kann auch einen Aufzug nehmen. Der Mönchsberglift fährt direkt zum Plateau, wo sich auch das Museum der Moderne und die schönste Aussichtsterrasse der Stadt befindet. Der Blick über Salzburg ist einfach atemberaubend! Die zauberhafte Altstadt liegt einem buchstäblich zu Füßen. Von hier aus kann man zum Ausgangspunkt der Wanderung, dem Kapuzinerberg mit seinem Kloster hinüberschauen. In etwas weiterer Entfernung liegt der Gaisberg (beides auf dem Bild zu sehen). Salzburg Altstadt: Spaziergang

Aber zurück zum Wanderweg. Der zieht sich über den Bergrücken, vorbei an hübschen alten Häusern mit Gärten. Da finden sich Plätze mit grünen Aussichten, denen durchaus ein Hauch von Romantik innenwohnt. So sieht man auch zur Festung Hohensalzburg auf dem Festungsberg hinüber.

Auf diesem Weg erfährt und spürt man ebenfalls Geschichte. Stefan Zweig, Georg Trakl, Peter Handke und Oskar Kokoschka – sie alle ließen sich wohl auch hier von der schönen Muse Salzburg küssen. Teile der Befestigungsanlage mit Wehr- und Pulvertürmen liegen entlang dieser Wanderstrecke. Am höchsten Punkt des Mönchsbergs mit 507 m Höhe ist man auf der Richter Höhe angelangt. Sie trägt den Namen des Geografen und Alpinisten Eduard Richter. Ein uriges Holzhäuschen mit Buffetbetrieb dient als Jausen-Station. Umgeben von Wiesen und Wald hat man das Gefühl auf einer Alm zu sein!

Nicht weit von hier, der Weg zweigt nach rechts ab, gelangt man zu einer kleinen Anhöhe mit Wiese. Dort befindet sich ein buddhistisches Denkmal, ein Stupa. Sie wurde von einer buddhistischen Gemeinde in Salzburg errichtet.

Original Salzburger Bierkultur

Weiter geht’s auf romantischen Pfaden. Dabei komme ich an einem Garten vorbei mit einer zauberhaften Frauenstatue vorbei, eine nahezu feenhaften Erscheinung! Salzburg Altstadt: Spaziergang

Dann geht’s den Berg hinunter und da erwartet einen schon der erholsame Endpunkt dieser schönen Wanderung. Die abschließende Einkehr in das Müllner Bräu (benannt nach dem Stadtteil Mülln) ist ein MUSS – auf ein wohlverdientes frisch gezapftes Bier!

Seit 1621 wird im Augustiner Bräu im Kloster Mülln nach Tradition gebraut. Einst wurde das Bier-Brauen durch die Salzburger Fürsterzbischöfe ins Leben gerufen. Das Bier wird wie eh un jäh im Steinkrug serviert. Das dazugehörige Bräustübl ist eine Besonderheit. Es ist die größte Biergaststätte Österreichs und eine echte Institution bei den Einheimischen und Gästen. Da gibt es eine zünpftige Jause zu kaufen, aber die darf man sich auch selbst mitbringen. Ansonsten gibt es alles G’schmackige was zu einem guten Bier passt: Leberkäs, Brezen, Radi, Aufstriche. In den historischen Gaststuben und im riesigen Gastgarten unter den schattigen alten Bäumen ist es ganz gemütlich sitzen.

Bei dieser Wanderung kann man vor allem im Sommer dem touristischen Treiben inmitten der Stadt entfliehen. Diese Stadtberge sind ein wunderbares Rückzugsgebiet um etwas Entschleunigung zu finden. Wer weiß, vielleicht wird der ein oder andere auch von der Muse geweckt? Das schönste Souvenir mit nachhause zu nehmen, ist doch die Inspiration!?

Meine speziellen Tipps:

*) Am Mozartplatz befindet sich das Museum der Stadt Salzburg. Hier kann man alles über die Entwicklung der Altstadt bis zur Zuerkennung des Prädikates UNESCO Weltkulturerbe erfahren.

Übernachten: eines muss man wissen, Hotels in Salzburg sind nicht gerade günstig. Daher verrate ich euch gerne meinen Geheimtipp. Als eine nette, günstige Unterkunft kann ich das Gästehaus im Priesterseminar empfehlen. Es liegt sozusagen im Herzen der Altstadt und ist hinter seinen Klostermauern eine wahre Oase der Ruhe. Das Haus ist für jeden offen. Freundliche, ruhige Zimmer mit saison-unabhängigem gleichen Preis ca. € 60,-/FR/Pers. (der gleiche Preis gilt auch in der Festspielzeit).

Konzerte: gleich neben diesem Gästehaus liegt die wunderschöne „Dreifaltigkeitskirche“. Ich finde sind hat ein einzigartiges Flair. Hier finden jeden Samstag um 18.30 Kirchenkonzerte statt, wechselndes Programm mit Orgel und Solisten. Eine Besonderheit:: auf dieser Orgel hat einst Mozart gespielt, denn das „Mozart Wohnhaus“ liegt in unmittelbarer Nähe. Karten gibt es direkt an der Abendkassa.

Gut Essen: neben dem bereits genannten Augustiner Bräu gibt es gleich in unmittelbarer Nähe das Gasthaus Krimpelstätter mit gemütlichen Stuben und traditionell-einheimischen Speisen.

Außerdem: wo kann man sonst noch gut essen – vielleicht mit einem besonderen Ambiente oder einer großartigen Aussicht? Dazu schaut mal auf meinen Blog-Beitrag über das kulinarische Salzburg.

INFOS zur Salzburg Altstadt: Stadtbesucher und Touristen erhalten Informationen beim Tourismusbüro von Salzburg Tourismus. Für jene, die gerne etwas zum Thema „Stadt-Wanderungen“ lesen möchten, hier

Meine Buch Empfehlung:

Salzburg Altstadt Spaziergang mit Berg-AussichtenSalzburg besser kennenlernen und das nicht nur im Schnelldurchlauf! Denn es gibt interessante Details und Kuriositäten beim Spazieren zu entdecken. In 28 entschleunigten Spaziergängen führt dieses Buch durch die Stadt. Stadtwandern in Salzburg, Clemens M. Hutter, ca. 176 Seiten, ISBN 978-3-7025-0857-9, Verlag Anton Pustet, Salzburg.


Diese Salzburg-Reise wurde ermöglicht dank einer Einladung von Salzburg Tourismus für Journalisten/Blogger.

Text und Fotos ©Sissi Munz


 

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