Georgien 3. Teil: Höhlenstadt und Stalin-Verehrung

Meine Georgien Reise führte mich in die Region Kartli. Eine archaische Höhlenstadt in Fels gehauen und ein Stalinismus Museum beeindrucken auf unterschiedlichste Weise.

Eine Tages-Reise von Tiflis aus führte mich in die Region Kartli(en). Dort besuchte ich einen der faszinierendsten Orte des Landes. Es ist die

Höhlendstadt Uplisziche

Uplisziche ist ca. 100 km von Tiflis entfernt. Das sind etwa. 1,5 Std. Autofahrt, in der Nähe der Provinzstadt Gori. Von dort sind es etwa 15 km zu einer besonderen Sehenswürdigkeit: der älteste in Felsen gemeißelte Siedlungsort von Georgien.

Über einen Stiegen-Tunnel steigt man auf das Fels-Plateau hinauf. Man muß schon gut zu Fuß sein um sich über die glatten Felsplatten zu bewegen.

Dort angekommen staunt man über die zahlreichen Höhlen. Schon etwa 1000 Jahre v. Chr. war der Ort eine stadtähnliche Siedlung. Er war ein bedeutendes Handelszentrum entlang der Seidenstraße. Echt beeindruckend, was Menschen vor so langer Zeit in Fels und Stein gehauen haben. Säulenhallen, ein Amphitheater, Weinkeller, ein Kanalisationssystem und eine Hauptstraße kann man bestaunen. Sogar eine Art Apotheke in der Heilpflanzen aufbewahrt wurden, ist noch relativ gut erhalten.

Georgien 3. Teil: Höhlenstadt und Stalin-Verehrung

Kirche auf dem höchsten Felsen

Auf dem höchsten Punkt erhebt sich eine Kirche aus dem 10. Jahrhundert, die im Inneren mit Fresken bemalt ist.

Georgien 3. Teil: Höhlenstadt und Stalin-VerehrungMein Guide Sopio führte mich durch die Höhlen und konnte mir Vieles über Uplisziche erzählen. Die vorchristliche Höhlenstadt wurde bereits in der Bronzezeit Stück für Stück aus dem Fels gehauen. Im Mittelalter, zur Zeit der größten Blüte der an der wichtigen West-Ost-Verbindung gelegenen Stadt, wohnten hier mehrere Tausend Menschen. Es war ein bedeutendes Zentrum des damaligen Georgien.

Georgien 3. Teil: Höhlenstadt und Stalin-Verehrung

Blick auf das Mtkwari-Tal

Vom Plateau aus hat man einen fantastischen Blick auf die umliegende Landschaft am Mtkwari-Fluss. Im April war sie bereits grün und die Bäume begannen zu blühen. Am Ufer des Flusses haben Archäologen eine Nekropole gefunden. Die Bewohner des darüber gebauten Dorfes wurden einfach umgesiedelt um die Ausgrabungen ungehindert durchführen zu können.

Befremdliche Stalin-Verehrung

Zurück zur Stadt Gori, die nur etwa 25 km von Südossetien entfernt an der strategisch wichtigen Ost-West-Fernstraße liegt. 2008 war sie im damaligen georgisch-russischen Konflikt um dieses Gebiet Ziel russischer Luftangriffe.

Gori ist die Geburtsstadt von Josef Stalin. Nach seinem Tod wurde hier ein Museum zu Ehren des Diktators eingerichtet. In der alten Konzeption ist es seit den 50-iger Jahren kaum unverändert. Es präsentiert das Leben und die Taten Stalins völlig unkritisch. Äußerst befremdlich fand ich auch eine Art Stalin-Altar. Das Museums-Personal machte auf mich einen eher starren Eindruck. Hier herrscht offenbar noch ein anderer Geist!

Im Park des Museum-Gebäudes befindet sich ein Nachbau von Stalins Geburtshaus und der Eisenbahnwaggon mit dem Stalin reiste. Im Museums Shop sind ausschließlich Souvenirs mit Stalin Abbildungen zu kaufen.

HINWEIS:

Die Hauptstadt Tiflis ist auch für einen Städtetrip interessant. Darüber und die anderen Stationen meiner Georgien-Reise findet ihr in den folgenden Beiträgen: Tiflis und Wilde Schönheit Georgiens und Das Weinland .


 

Text und Fotos ©Sissi Munz

 

 

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