Faszination Bulgarien-eine beeindruckende Kultur-Reise

Bulgarien ist ein Land reich an alter Zivilisation. Völker wie Thraker, Römer, Byzantiner und Protobulgaren zeugen von kultureller Vielfalt im Laufe von mehr als zweieinhalb Jahrtausenden. Das heutige Staatsgebiet von Bulgarien befindet sich in Südosteuropa, im Nordosten der Balkanhalbinsel gelegen.

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Seit dem frühesten Altertum war das Land besiedelt und das heutige Territorium von Bulgarien birgt die Wiege einiger der ältesten Zivilisationen Europas. Die Lebensweise und Kultur der bulgarischen Nation haben sich im Laufe von Jahrtausenden geformt, nicht zuletzt durch die strategische Lage zwischen Europa und Asien.

Faszination BulgarienBulgarien – eine Reise durch Kultur und Zeit

Diese kulturelle Vielfalt wollte das bulgarische Ministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus unter Beweis stellen und nahm dies zum Anlaß, ausländische Journalisten-Gruppen in ihr Land einzuladen. Unter dem Motto „Kultur-Gourmet-Wein“ gingen wir – eine kleine österreichische Gruppe von Presseleuten – auf eine Rundreise durch ein entdeckungswürdiges Land und seine Sehenswürdigkeiten.

Ausgangspunkt des 6-tägigen Rundreise-Programms war die Hauptstadt Bulgariens. nach einer kurzen Flugzeit von nur etwa 75 Minuten von Wien kommend, landeten wir am Flughafen von Sofia, wo uns die Repräsentantinnen des Ministeriums und deren beauftragte Organisation Cherga herzlichst empfingen.

Frühmorgens am nächsten Tag folgten wir unserer ausgezeichnet deutsch-sprechenden Fremdenführerin Snezana, verstauten unser Reisegepäck in dem bereitgestellten Mini-Van und los gings Richtung Osten in die ca. 240 km entfernt gelegene erste Destination unserer Bulgarien-Rundreise.

Malerisches Städtchen

Die Kleinstadt Veliko Tarnovo befindet sich in Zentralbulgarien, am Fuße des Balkangebirges. Sie schmiegt sich an Hügeln entlang mit Blick hinunter zum Fluß Yantra. Die Stadtbevölkerung zählt etwa 70.000 Einwohner und ist eine der ältesten Städte im Land, wovon Ausgrabungen zeugen. Die Blütezeit von Veliko Tarnovo hängt mit der Periode des Zweiten Bulgarischen Reichs zusammen; 1185 wurde Veliko Tarnovo zur Hauptstadt des damaligen bulgarischen Staates. Sie wurde zur uneinnehmbaren Festung und wuchs zu einem kulturellen und geistigen Mittelpunkt heran.

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Veliko Tarnovo

Das bedeutendste Kulturdenkmal der Stadt ist die mittelalterliche Burg Tsarevets, die sich auf dem gleichnamigen Hügel befindet, umgeben von einer Festungsmauer mit Türmen. Daneben liegt ein weiterer historischer Hügel, der Trapezitsa, auf dem nach wie vor archäologische Ausgrabungen interessante Entdeckungen zu Tage bringen. Die Architektur der Altstadt mit seinen  kopfsteinbepflasterten Gassen versetzt Besucher in die Vergangenheit: wenn man durch die Handwerkerstraße Samovodska charshiya entlang schlendert, erlebt man die besondere Atmosphäre vergangener Zeit – eine bunte Mischung aus alten Handwerkststätten wie Silberschmieden, Keramikern, Souvenirläden und kleinen Galerien.

Am Abend hielten unsere Gastgeber vom Ministerium eine tolle Überraschung für uns bereit – eine audiovisuelle „Klang und Licht“-Show über dem nächtlichen Himmel der Stadt. Mit 2400 auf dem Tsarevits-Hügel installierten Scheinwerfern, Musik, Glockenklängen und Lasern wird touristischen Besuchern mit diesem eindrucksvollen Spektakel die Geschichte Bulgariens gezeigt.

Archaisches Dorf

Es lohnt sich, einen Ausflug in das nur 6 km entfernte Dorf Arbanassi zu machen, einem sehenswerten Architekturreservat. Man findet dort einige beeindruckende Architektur-Denkmäler aus der Zeit der bulgarischen Wiedergeburt. Die zweistöckigen Häuser sind in ihrer Bauweise einzigartig: sie sind aus massiven Steinen gebaut, von hohen Mauern umgeben und nur durch schwere Eichentore zugänglich. Die Innenräume haben vielfältige Dekorationen und  Holzschnitzereien. Ihre malerischen Innenhöfe mit Brunnen und Blumen bieten ein Bild der Idylle.

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Dorf Arbanassi

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Eher äußerlich unscheinbar sind die alten Kirchen und 109 Klöster in das dörfliche Erscheinungsbild eingebettet. Sie sind jedoch sakrale Denkmäler von großem kultur-historischen Wert, bemerkenswert durch reiche Verzierungen, Wandmalereien, Holzschnitzereien und feinen Ikonostasen. Der älteste Arbanassi-Tempel ist die „Kirche Christi Geburt“ aus der Zeit Ende des 16.-17. Jhdt. Die zwei Klöster jeweils an den entgegengesetzten Enden des Dorfes „Maria Himmelfahrt“ und „Hl. Nikolaus“ wurden nach der osmanischen Fremdherrschaft zerstört und später wieder aufgebaut. Nach einem eindrucksvollen langen Besichtigungstag übernachteten wir in einem der zahlreichen kleineren Hotels in der Altstadt.Und schon am nächsten Morgen fahren wir weiter Richtung Süden.

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Freseken in Arbanassi

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Über das Balkan-Gebirge

Auf dem Weg in Richtung der Stadt Gabrovo machen wir Station im ethnographischen Komplex Etara, einem interessanten Freilichtmuseum. Dort kann man die Architektur, die alten Gewerbe, die traditionelle Hausaustattung und Küche sowie die Bekleidung der Region während des 18.-19. Jahrhunderts bestaunen. Traditionelle Brunnen-Anlagen, Geräte und Gebäude vermitteln dem Besucher ein anschauliches Bild über das Alltagsleben der damaligen Zeit.

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Kirche am Shipka Pass

Wir passieren den 1.326 m hohen Shipka-Pass des Balkangebirges. Der dicke November-Nebel ermöglicht uns leider keinen Panoramablick vom höchsten Punkt aus. Auch das Monumental-Denkmal zum Gedächtnis der Gefallenen der großen Verteidigungsschlachten, zu dem insgesamt 890 Treppenstufen hinaufführen, war bei schlechter Sicht nicht zu besteigen.

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orthodoxe Kirche am Shipka Pass

Stattdessen machten wir Halt bei der im Jahre 1902 erbauten russisch-orthodoxen „Christi Geburt“- Gedächtniskirche. Oben auf dem Berg gelegen, kann man sie mit ihren goldenen Kuppeln noch weit unten vom Rosental aus sehen.

 

Grabhügel und Rosen

Weiter den Pass hinunter tut sich eine weite Ebene auf, die Umgebung der Stadt Kazanlak, auchbekannt als das Tal der Rosen. Es ist jährlich ein großes, traditionelles Fest, wenn zu Beginn des Monats Juni in diesem Tal die Rosen geerntet werden. Die Herstellung des kostbaren Rosenöls zählt zu den ältesten Gewerben der Bulgaren und wegen ihrer großen traditionellen Bedeutung ist die Rose das Wahrzeichen von Bulgarien.

Faszination Bulgarien Das Landschaftsbild ist nicht nur geprägt vom Anbau der Rosen, sondern auch von zahlreichen Grabhügeln, die aus der antiken Zeit der Thraker stammen. Aus dieser Epoche gibt es einige erforschte vorchristliche Grabmale, Kultstätten und Schätze. Im Jahr 1993 wurde ein ganzer Grabstätten-Komplex gefunden, der aus der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. stammt und in die Liste der UNESCO-Kulturstätten aufgenommen wurde.

Bei einer Rundführung gelangen wir in das innere einiger für Besucher zugängliche Grabhügel, in denen sich die Grabkammern befinden; sie sind aus monolithischen Granitblöcken gebaut und mit noch teilweise erhaltenen feinen Wandmalereien versehen. Durchaus besichtigenswert ist in der Stadt Kazanlak die Kopie eines thrakischen Grabhügels mit dem angeschlossenen Museum, in dem beeindruckende Schätze ausgestellt sind.

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Grabkammer der Thraker

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Mehr über Bulgarien, seine Sehenswürdigkeiten und Kultur-Schätze auf meinem Blog On the traces of Thraciens in Bulgaria und über die südlichste bulgarische Stadt Plovdiv.


Text und Fotos © Sissi Munz (pub. 2014)

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