Algarve – Geschichten, die das Meer erzählt

Träume werden wahr an der Algarve! Eine Meeresküste mit feinen Sandstränden und bizarren Klippen, ein weites Lagunensystem mit naturbelassenen Inseln und eine besondere Kulinarik gibt es zu entdecken.

Algarve - Geschichten, die das Meer erzählt

 

Von Wien aus flog ich über Frankfurt nach Faro, der Hauptstadt der portugiesischen Region Algarve.

Beim Anflug von der Meerseite hatte ich diesen großartigen Blick auf die vorgelagerten Formosa-Inseln, die ich im Laufe meiner Reise noch besuchen sollte. – Dazu später.

Das Geheimnis Algarve

Der Name Algarve stammt aus dem Arabischen von „Al Gharb“ abgeleitet und bedeutet „der Westen“. Schon bevor die Mauren dieses Gebiet besiedelten, waren hier Phönizier, Karthager, Griechen, Römer und Maghrebiner. Sie hinterließen ihre Spuren. Es entstand eine bunte Mischung verschiedener Kulturen und Traditionen, die sich auch in der Architektur widerspiegelt.

Algarve - Geschichten, die das Meer erzählt

Carvoeiro

Vom Westen bis zum Osten Richtung spanische Grenze ziehen sich entlang der Küste feine und breite Sandstrände mit dazwischen liegenden Buchten. Das Klima ist mild und mit 300 Tagen Sonne im Jahr ist das für Menschen aus unseren Gefilden doch was ganz Außergewöhnliches!

Das Storchen-Paradies, Faro

Nach unserer Ankunft fuhren wir direkt in das Zentrum von Faro. Dort liegt das RestaurantFaro & Benfica“. Bei einem schönen Ausblick auf die Boote des kleinen Yachthafens und genossen wir unsere ersten Momente im Süden Portugals und ein ausgezeichnetes Fisch-Menü. – (Fotos zum Vergrößern anklicken).

Ende Mai wirkte die Stadt etwas verschlafen, aber sehr angenehm. Ein Rundgang durch die kleine historische Altstadt vermittelte ein erstes Bild. Wann immer man auf einen Turm oder einen Sendemasten hinaufschaut, wird man dort ein Storchennest mit Bewohner erblicken. Das angenehme Klima und die Ruhe bieten ihnen einen optimalen Lebensraum in der gesamten Algarve-Region. Einwohner und Touristen beobachten gerne, wie emsig die Stelzenvögel an ihren Nestern bauen und ihre Jungen großziehen. Unser kleiner Rundgang führte uns durch schmale Gässchen vorbei an der Kathedrale, dem alten Bischofspalast und an Plätzen mit kleinen, netten Cafés.

Food Tour – ein Gaumen-Erlebnis

Eine Region, die über eine 200 km lange Küste verfügt, muss doch eine interessante Kulinarik haben? Das wollten wir genauer kennenlernen. Früh morgens starteten wir eine FischerFood Tour. Unser Guide von „Eating Algarve“ führte uns in den zentralen Markt den Mercado Municipal. Er ist jeden Tag zwischen 7.00 bis 23.00 Uhr geöffnet. Dort wird alles an heimischen Produkten der Region frischest angeboten. Es war ein buntes Treiben an Menschen, die sich durch die Reihen mit Gemüse-Obst-Fleisch und Spezialitäten-Stände tummelten.

So viele verschiedene Fischarten und Muscheln auf einem Platz! Es war schon beeindruckend, wie am Stand die riesigen Thunfische filetiert wurden. Es ist ein riesiges kulinarisches Angebot. Die portugiesische Küche ist eine Mischung aus mediterraner Küche und deftiger Hausmannskost. Fisch und Meeresfrüchte kommen praktisch fangfrisch auf den Teller. Hausgemachte Spezialitäten wie Würste, Käse, Marmeladen u.a.m. werden auf dem Markt von kleinen regionalen Produzenten angeboten.

Algarve - Geschichten, die das Meer erzähltDanach streiften wir durch die Gassen im traditionellen Fischerviertel. Es gibt zahlreiche Restaurants und Tavernen, manche abseits der Touristenpfade. Dazu habe ich einen Geheimtipp: wir speisten in einem bei den Einheimischen sehr beliebten Lokal, das „Chalavar“. Es liegt ganz unscheinbar und versteckt in einem Hinterhof. Hier haben wir herrlich gegrillte Fische gegessen und das sehr preiswert! – Das ist nicht nur mein besonderer Tipp für Fisch-Liebhaber, denn hier lernt man auch die portugiesische Seele kennen. An den Wänden der Gasträume hängen Bilder der Revolution von 1974 und Fotos eines ihrer Helden, dem Sänger José Afonso.

Nach dem Essen genehmigt man sich noch ein Gläschen des berühmten Medronho. Das ist ein Schnaps aus den Früchten des Erdbeerbaumes. Bei den Fischern und Bauern wird der ganz gerne schon mal zum Frühstück getrunken.

Mit dem Boot entlang der Küste

Das Meer und die Küste zu erleben, dazu gehört unbedingt eine Bootstour. Der touristische Ort Albufeira war unser Ausgangsort um die Küste von der See aus zu entdecken. In rasanter Fahrt ging es mit einem Speedboot 40km entlang der traumhaft schönen Steilküste; vorbei an hellen Sandstränden und kleinen Buchten. Zwischen bizarr geformten Felsen liegen Höhlen, in die man mit dem Boot hineinfahren kann. Es ist atemberaubend schön! – Mein Tipp: der Wellengang kann bei dieser speedigen Geschwindigkeit zeitweise doch recht heftig sein. Wir hatten deshalb vorweg vorsichtshalber etwas gegen Seekrankheit genommen. Das war eine gute Entscheidung, wie sich dann auf dem Meer herausstellte! Eine Alternative ist, ein normales Motorboot zu nehmen, mit dem man weniger schnell unterwegs ist und kürzere Strecken zurücklegt.

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Das Meer an der Algarve-Küste ist die Heimat bzw. das Durchzugsgebiet verschiedener Tierarten, wie Wale, Delfine, Große Tümmler und Seevögel. Wir hatten zu dieser Zeit nicht das Glück, Delfinen zu begegnen. Es war Ende Mai noch etwas zu früh. Sie kommen nur in den Monaten Juni bis September nahe zur Küste heran.

Das Naturparadies, die Formosa Inseln

Urlaubsorte und Strände sind für Urlauber einfach zu entdecken. Etwas Besonderes für Naturliebhaber und Individualisten sind die Naturschutzgebiete. Diese sind mit einem Boot gut erreichbar. Wir besuchten die einzigartigen Lagunen-Systeme mit ihren naturbelassenen Inseln. An der Algarve gibt es kaum Industrie. Heutzutage ist die Hauptindustrie der Tourismus. Die Bewohner der Inseln leben vom Fischfang und die Fischverarbeitung wird mit umweltfreundlichen Praktiken umgesetzt.

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Das Naturschutzgebiet Ria Formosa wird durch 5 Inseln vom rauen Atlantik geschützt. Der Naturpark zieht sich über 60 km von Ancão bis nach Cacela Velha. Die ganze kräftig grüne Fläche in der Karte unten ist der Naturpark. Man kann ihn also auch zu Fuß oder per Fahrrad besuchen.

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Das Lagunensystem verändert sich je nach Strömung, Wind und den Gezeiten. Es ist ein Paradies für Vögel und Wildtiere und hat eine einzigartige Flora und Fauna. Auf den Inseln gibt es Fischerdörfer, lange Dünen und weite Strände. Auch der Wasserhund (bekannt durch Präsident Obama) hat hier seine Heimat. Er wurde von den Fischern beim Fischfang eingesetzt. Wir sind einem dieser liebenswerten Hunde beim Wandern durch die wunderschöne Dünenlandschaft begegnet, allerdings nicht beim Fischen.

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sich ständig veränderndes Lagunensystem

Auf der Insel Tavira liegt eine alte Fischersiedlung, die als einzigartig gilt. Hier waren sowohl die Fischer, ihre Familien als auch die zur Verarbeitung des Thunfischs nötigen Anlagen untergebracht. Die Insel Farol besitzt sogar ein „Wahrzeichen„, einen Leuchtturm. Er ist der südlichste Leuchtturm vom portugiesischen Festland aus. An diesem Ort bietet sich eine gute Möglichkeit, die Insel-Gastronomie zu probieren. Fangfrischer kann man Fische und Muscheln nicht essen! Wir goustierten im Restaurant Ado João“, direkt am Atlantik.

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Insel Farol

Die Insel Culatra hat eine Fischergemeinde mit  ca.1000 Personen. Sie ist die einzige Insel, die von den Fischern ganzjährig im gleichnamigen Dorf bewohnt wird. Man erzählte uns, dass es eine dort geborene Bewohnerin gibt, die ihr bisheriges Leben nur auf dieser kleinen, einsamen Insel verbracht hat. – Es liegen Boote verschiedener Nationalitäten am kleinen Hafen, weil man hier keine Anlegegebühren bezahlen muss. Von der Anlegestelle führen Uferwege über Dünen und Lagunen, weg von der Fischersiedlung. Algarve - Geschichten, die das Meer erzähltWir wanderten quer über die Insel entlang der Wanderwege, direkt zu den feinen Sandstränden. Sie sind unglaublich lang. Eine einsame Weite entlang der Sanddünen und des Ozeans tut sich auf – so weit bis sie am Horizont verschwinden.

Auf der Insel Armona mit dem gleichnamigen Dorf machten ebenfalls einen Spaziergang zwischen den hübschen weiß-bunt gefärbten Hauschen mit kleinen Gärten. Auch hier gibt es einen weiten, ruhigen Strand.

 

Der Schatz der Muschelbänke

Ans Festland zurückgekehrt, besuchten wir Olhão, das inmitten des naturgeschützten Mündungsgebietes Ria Formosa liegt. Die Lagune ist eine verschachteltes Feuchtgebiet aus Kanälen, Salinen und Sandbänken. Düneninseln trennen sie vom Atlantik. Das Schutzgebiet ist Heimat zahlreicher Vögel, Tiere und besonderer Pflanzen. Es werden organisierte Wanderungen durch dieses traumhafte Naturschutzgebiet angeboten.

Dieses Gebiet beheimatet auch viele Meerestiere. Olhão wird als die kulinarische Hauptstadt der Algarve gerühmt (vor allem was Meeresfrüchte betrifft). Also machten wir eine Wanderung zu den weiten Muschelbänken. Dort gedeihen eine Vielzahl von Muscheln, Austern und Krustentieren. Die Besitzer einer Muschelbank, ein Lehrer und seine Frau betreuen diese bereits in 4. Generation. Sie erzählten, dass Austern 6-12 Monate brauchen um zu wachsen. Ein Kilogramm Austern direkt beim Fischer gekauft, gibt es um ca. € 4,- pro Kilogramm. Sie brauchen tägliche Pflege, aber man weiß nie wie das Ergebnis wird – es ist, wie die Natur es erlaubt!

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der bescheidene Fischer liebt die Muschelbänke

Er zeigte uns, wie mühselig diese Muschelbank händisch bearbeitet wird. Unter seiner Anleitung probierten wir es aus, durchackerten den nassen, schweren Sand und freuten uns über den Fang von kleinen Herzmuscheln.

Mit der frisch gefangenen Beute kehrten wir im Landhaus „Casa Modesta“ ein. Der Vater des Hausherrn, einst Fisch-Großhändler, zeigte uns wie die Muscheln auf einfachste Art traditionell zubereitet werden. So machten es die Fischer: nach einem fast vergessenen alten Brauch schichtete er die Herzmuscheln auf einer Metallplatte zwischen Kieselsteinen kreisförmig auf und deckte sie mit trockenen Piniennadeln ab. Dann wurden sie im offenen Feuer geröstet. Nach wenigen Minuten konnten wir die Muscheln öffnen und nur mit Zitrone beträufelt herausschlürfen. Eine echt ursprüngliche Spezialität und für uns ein tolles Erlebnis!

Es gibt sicher noch mehr Geschichten, die das Meer an der Algarve erzählen kann. Ein Grund um an diese traumhaft-schöne Küste und ihren freundlichen Bewohnern zurückzukehren!

Weitere TIPPS für Genießer

Einige Unterkünfte mit besonderem Flair:

In Carvoeiro: sehr stylish logiert man im „Tivoli Algarve Resort Hotel 5*“, in sensationeller Lage über der Küste und großartigem Blick über die Klippen. Fantastisch auch der Blick von der Sky Bar.

Ideal für Familien ist die Hotel-Anlage „Vila Galé Albacora„. Die Anlage war früher ein in sich geschlossenes Fischerdorf und liegt im Naturschutzgebiet.

Exklusives Bed & Breakfast in Olhão mit Eco Tourismus. Die private Landvilla Casa Modesta“ in tollem Design, nahe am Naturschutzgebiet, eignet sich bestens für Individualisten und Naturliebhaber.

Mehr Meeres-Essen und Trinken:

In Faro: Food Tour, Eating Algarve„. Für die Abendstimmung in die trendige Cocktailbar Columbus„.

In Carvoeiro: Restaurante O Pátio„, nahe am Sandstrand gelegen.

In Albufeira: Restaurante Veneza mit einer riesigen Auswahl an Weinen.

INFOS

Weitere Informationen für die Algarve gibt es beim offiziellen Tourismusamt der Region.


Diese Presse-Reise für Journalisten/Blogger wurde ermöglicht dank der Einladung von Algarve Tourismus.

Text und Fotos ©Sissi Munz, Beitragsbild Pixabay, Landkarte ©Algarve Tourismus

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9 Gedanken zu “Algarve – Geschichten, die das Meer erzählt

  1. Ein wirklich ausführlicher Bericht.
    Besonders die Inseln finde ich wirklich interessant. Insgesamt bin ich ein echter Inselhoppingfan… :-)
    Als echtes Nordmädchen bin ich auch ein Fischfan… dein Bericht hört sich also nicht nur interessant an… sondern auch echt lecker. 😉

    Liebe Grüße
    Tanja

  2. Pingback: Bootsfahrt entlang der Algarve-Küste: Video

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